Habe ich mich im Datum geirrt? War überhaupt Frauentag? Wahrscheinlich nicht. Nicht wirklich. Zitat „taz“, Bremen:
„In Bremen konnte man sich am Frauentag zu Vorträgen diverser Art treffen. Bertha von Suttner, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bremer Malerinnen und abends mit Bauchtanz "feiern und in die Zukunft sehen". So sah der Frauentag im letzten Jahr aus und so wird er auch im nächsten aussehen. Es steht bereits im Lexikon, dass der Frauentag 'in Westdeutschland im Schatten des Muttertages und des Valentinstages eine untergeordnete Rolle spielte'. Zurecht.“
Keine Themen? Doch ... dritte Welt, natürlich, mit tollen, exotischen Bildern von beigen, braunen und schwarzen Frauen. Fußball-WM und der Puffgang der Fans. Toll. Sonst noch etwas?
Man könnte über „Frauen helfen Frauen“ diskutieren, über Kinderbetreuung auf Gegenseitigkeit, über Selbstständigkeit und Erfolg. Als ich in Afrika war, war der ganze Stolz einer Dame, Hilfsserviererinnen zu regulären Serviererinnen auszubilden. Ich achte sie hoch. Deutschlands Frauen würden wahrscheinlich dämliche Sprüche darüber ablassen und pikiert wegsehen.
Man könnte aber auch über erotische Dienstleistungen diskutieren. Über den Stolz, sie zu geben oder meinetwegen über die Verachtung, die Frauen trifft, die es tun. Nur: Lasst uns doch endlich einmal über irgendetwas diskutieren, was sinnreich ist: Den Stuss über die Vereinbarkeit von Job und Familie bietet inzwischen wahrhaftig jede Volkshochschule im Hinterwald an.
Also: Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Das Leben ist (auch) ein Spiel – und das sogar am ausklingenden Frauentag.
„In Bremen konnte man sich am Frauentag zu Vorträgen diverser Art treffen. Bertha von Suttner, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bremer Malerinnen und abends mit Bauchtanz "feiern und in die Zukunft sehen". So sah der Frauentag im letzten Jahr aus und so wird er auch im nächsten aussehen. Es steht bereits im Lexikon, dass der Frauentag 'in Westdeutschland im Schatten des Muttertages und des Valentinstages eine untergeordnete Rolle spielte'. Zurecht.“
Keine Themen? Doch ... dritte Welt, natürlich, mit tollen, exotischen Bildern von beigen, braunen und schwarzen Frauen. Fußball-WM und der Puffgang der Fans. Toll. Sonst noch etwas?
Man könnte über „Frauen helfen Frauen“ diskutieren, über Kinderbetreuung auf Gegenseitigkeit, über Selbstständigkeit und Erfolg. Als ich in Afrika war, war der ganze Stolz einer Dame, Hilfsserviererinnen zu regulären Serviererinnen auszubilden. Ich achte sie hoch. Deutschlands Frauen würden wahrscheinlich dämliche Sprüche darüber ablassen und pikiert wegsehen.
Man könnte aber auch über erotische Dienstleistungen diskutieren. Über den Stolz, sie zu geben oder meinetwegen über die Verachtung, die Frauen trifft, die es tun. Nur: Lasst uns doch endlich einmal über irgendetwas diskutieren, was sinnreich ist: Den Stuss über die Vereinbarkeit von Job und Familie bietet inzwischen wahrhaftig jede Volkshochschule im Hinterwald an.
Also: Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Das Leben ist (auch) ein Spiel – und das sogar am ausklingenden Frauentag.
sehpferd - am Mittwoch, 8. März 2006, 22:28 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
“Beautiful girls found on Flickr, YouTube and other Web 2.0 sites”. Werbung für die Softerotikseite “Chicksnbreast”. Die Attraktionen von Zeit zu Zeit: küssende Damen aus zumeist dänischen Quellen. Ansonsten viele Müllfotos, die Leute im Internet zusammengeklaut haben – von Seiten, die bestimmt keine Web 2.0 Seiten sind.
sehpferd - am Mittwoch, 8. März 2006, 19:34 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Soll man nun lachen, will die WASG den Albtraum einer sozialen Einheitspartei zumindest für Berlin begraben hat oder soll man über die Aussagen weinen, die die Amateurpolitiker jetzt machen. Sagte doch Frau Lucy Redler (WASG): „Wir machen keine Politik für alle, sondern für Erwerbslose und andere, die ihre Rechte verloren“ hätten.
So einfältig war zuletzt eine ganz andere Partei –die FDP. Sie hatte sich ja einmal erfrecht, sich als Partei der Besserverdienenden darzustellen. Das war dumm. Aber noch dümmer ist es, als Robin-Hood-Partei für die Entrechteten aufzutreten und damit letztlich nur auf die Stimmen eines Bruchteils der Arbeitlosen zu setzen - das geht auf Dauer nicht auf. Arbeitslose, aber auch andere, brauchen vor allem Arbeit - und keine Almosengesellschaft mit dem Etikett der „sozialen Gerechtigkeit“.
So einfältig war zuletzt eine ganz andere Partei –die FDP. Sie hatte sich ja einmal erfrecht, sich als Partei der Besserverdienenden darzustellen. Das war dumm. Aber noch dümmer ist es, als Robin-Hood-Partei für die Entrechteten aufzutreten und damit letztlich nur auf die Stimmen eines Bruchteils der Arbeitlosen zu setzen - das geht auf Dauer nicht auf. Arbeitslose, aber auch andere, brauchen vor allem Arbeit - und keine Almosengesellschaft mit dem Etikett der „sozialen Gerechtigkeit“.
sehpferd - am Mittwoch, 8. März 2006, 18:58 - Rubrik: zeit geschehen
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Wenn Sie das ultimative Mozart(kugel)blog suchen - bitte, hier ist es.
sehpferd - am Mittwoch, 8. März 2006, 18:48 - Rubrik: blog nachrichten
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Original aus der "Badischen Zeitung" zum Frauentag. Sehpferd konnte sich nicht verkneifen, die Frage nach dem Ort der Notizen einzufügen. Wie sie unschwer feststellen werden, ist die rote Kursivschrift nicht aus der "Badischen Zeitung"

© (wie gescannt): 2006 by „Badische Zeitung", Originalfoto: 2006 by AFP)

© (wie gescannt): 2006 by „Badische Zeitung", Originalfoto: 2006 by AFP)
sehpferd - am Mittwoch, 8. März 2006, 18:35 - Rubrik: papierkorb nachrichten
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Allseits beliebt sind sie nur, wenn sie weder Entscheidungen fällen noch von anderen solche verlangen - sobald es zur Entscheidung kommt, müssen Sie darauf vorbereitet sein, unbeliebt zu werden.
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In der DDR war er so etwas wie ein sozialistischer Ersatzmuttertag – nur dass man nicht Mutter sein musste. Im Westen haben ihn Gewerkschaftlerinnen und Sozialdemokratinnen mühsam hochgehalten, doch heute ist er in aller Munde: Frauentag also.
Vielleicht sollten wir Männer einmal daran erinnern, dass bei uns jeder Tag Frauentag ist: Ihr verlangt, dass wir uns mit euch auseinandersetzen. Wenn ihr über eure Fassade sprechen wollt, müssen wir über Eure Fassade sprechen, wenn die Gefühle köcheln, über die Gefühle. Wir sind daran gewöhnt, dass dies nur Themen sind, denn morgen wird eine andere Fassade hervorgeholt und eine neue Gefühlswelt ausgegraben.
Wir haben die Rolle inzwischen verinnerlicht. Ja, wir setzen uns hin und hören uns alles an und sagen nicht, dass letzte Woche noch alles ganz anders war – wir bleiben höflich – denn wir sind, im Grunde unserer Herzen, eigentlich immer noch Gentlemen.
Das müssen wir auch, denn wir einmal eine Frau wie einen Mann behandeln sollten, verfallt ihr wieder in die Rolle, die ihr für solche Fälle gelernt habt: das arme, hilflose Mädchen, dass eine Schnute zieht. Auch daran kann man sich gewöhnen. Jeder Tag ist Frauentag.
(Bei der Lektüre dieses Beitrags sollten Sie berücksichtigen, dass ich über das Zeitgeschehen schreibe und nicht über mein eigenes Leben – es verläuft wesentlich gelassener).
Vielleicht sollten wir Männer einmal daran erinnern, dass bei uns jeder Tag Frauentag ist: Ihr verlangt, dass wir uns mit euch auseinandersetzen. Wenn ihr über eure Fassade sprechen wollt, müssen wir über Eure Fassade sprechen, wenn die Gefühle köcheln, über die Gefühle. Wir sind daran gewöhnt, dass dies nur Themen sind, denn morgen wird eine andere Fassade hervorgeholt und eine neue Gefühlswelt ausgegraben.
Wir haben die Rolle inzwischen verinnerlicht. Ja, wir setzen uns hin und hören uns alles an und sagen nicht, dass letzte Woche noch alles ganz anders war – wir bleiben höflich – denn wir sind, im Grunde unserer Herzen, eigentlich immer noch Gentlemen.
Das müssen wir auch, denn wir einmal eine Frau wie einen Mann behandeln sollten, verfallt ihr wieder in die Rolle, die ihr für solche Fälle gelernt habt: das arme, hilflose Mädchen, dass eine Schnute zieht. Auch daran kann man sich gewöhnen. Jeder Tag ist Frauentag.
(Bei der Lektüre dieses Beitrags sollten Sie berücksichtigen, dass ich über das Zeitgeschehen schreibe und nicht über mein eigenes Leben – es verläuft wesentlich gelassener).
sehpferd - am Mittwoch, 8. März 2006, 17:54 - Rubrik: zeit geschehen
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Eigentlich ist es gar keine Meldung wert. Aber das Haus Springer, das mit seiner BILD-Zeitung einst eine Schlammschlacht gegen die „Neue Deutsche Rechtschreibung“ losgetreten hatte, wird ab Mitte dieses Jahres zu einer verlässlichen deutschen Rechtschreibung zurückkehren. Damit hat die Falschschreibung, die insbesondere beim „dass“ auffällt, endlich ein Ende.
Einzig und allein zu Frankfurt verschanzt sich noch eine kleine Gruppe von Sprachguerillas hinter ihrer eisernen Ideologie, hinter der außer ihnen höchstens noch ein paar alternde Schriftsteller stehen.
Gedöns am Rande: Angeblich will Springer doch noch manches Wort „alt“ schreiben: Zum Beispiel „Orthographie“ statt „Orthografie“. Ach, wissen Sie, liebe Springer-Redakteure, dann schreiben sie doch auch gleich „Photographie“ in der alten Schreibweise.
Einzig und allein zu Frankfurt verschanzt sich noch eine kleine Gruppe von Sprachguerillas hinter ihrer eisernen Ideologie, hinter der außer ihnen höchstens noch ein paar alternde Schriftsteller stehen.
Gedöns am Rande: Angeblich will Springer doch noch manches Wort „alt“ schreiben: Zum Beispiel „Orthographie“ statt „Orthografie“. Ach, wissen Sie, liebe Springer-Redakteure, dann schreiben sie doch auch gleich „Photographie“ in der alten Schreibweise.
sehpferd - am Mittwoch, 8. März 2006, 17:53 - Rubrik: zeit geschehen
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Die „Badische Zeitung“ beschert uns den Frauentag. Seite um Seite werden wir mit Themen konfrontiert, die extra für diesen Tag geschrieben wurden – vermutlich nur für diesen Tag, denn leider sind sie überwiegend belanglos. Vor allem jener auf Seite vier: „Wenn Frauen Frauen ausbeuten. Zitat: „Die gut ausgebildete Karrierefrau …. ist … auch abhängig von illegal oder in Minijobs beschäftigten Frauen“.
Gemeint sind überwiegend Putzfrauen, und darüber muss man sich natürlich empören. Würde man die Frauen fragen, die solchen Beschäftigungen nachgehen, so würde man die Dinge ganz anders lesen. Aber es ist eben, wie es ist: Putzfrauen schreiben nicht in der Zeitung – Feministinnen schon. Autorinnen waren, damit auch mal die Namen genannt werden, Beate Rosenzweig (Politikwissenschaftlerin) und Dagmar von Cramm (Kochbuchautorin). Ich vermute, beide haben noch nie mit einer Putzfrau geredet.
Gemeint sind überwiegend Putzfrauen, und darüber muss man sich natürlich empören. Würde man die Frauen fragen, die solchen Beschäftigungen nachgehen, so würde man die Dinge ganz anders lesen. Aber es ist eben, wie es ist: Putzfrauen schreiben nicht in der Zeitung – Feministinnen schon. Autorinnen waren, damit auch mal die Namen genannt werden, Beate Rosenzweig (Politikwissenschaftlerin) und Dagmar von Cramm (Kochbuchautorin). Ich vermute, beide haben noch nie mit einer Putzfrau geredet.
sehpferd - am Mittwoch, 8. März 2006, 08:53 - Rubrik: zeit geschehen
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„Frauen ohne Verfalldatum“ heißt ein feminstisches Kalenderprojekt, in dem sich südamerikanische und französische Frauen über 50 nackt ablichten ließen – sie wollen damit gegen die stereotypen Darstellungen weiblicher Körper in der Werbung protestieren.
Die Schauspielerin Carmenza Gómez, die ebenfalls am Projekt teilnimmt, sagte dazu nach einem Pressebericht, sie habe in ihren Beruf ihre Seele, ihre Empfindungen und ihr Gefühlsleben entblößt – nun werde sie eben zeigen, was alles zusammenhält: Den Körper.
Falls Sie Spanisch lesen können (ich kann es nicht).
Die Schauspielerin Carmenza Gómez, die ebenfalls am Projekt teilnimmt, sagte dazu nach einem Pressebericht, sie habe in ihren Beruf ihre Seele, ihre Empfindungen und ihr Gefühlsleben entblößt – nun werde sie eben zeigen, was alles zusammenhält: Den Körper.
Falls Sie Spanisch lesen können (ich kann es nicht).
sehpferd - am Dienstag, 7. März 2006, 20:20 - Rubrik: wundersames
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Ich wollte mich ja nun wirklich zurückhalten, darüber zu berichten, wie die Weblogger sich nach und nach zu Narren machen – aber wenn schon „Industrial Technology & Witchcraft“ so etwas schreibt, dann schließe ich mich dem vorbehaltlos an.
Doch halt! Sollte ich nicht besser die Geschäftsidee aufgreifen und jetzt „Sehpferds fliegenden bloggigen Erotikzirkus“ gründen? Vielleicht mit dieser Ankündigung: „Eine Zicke, zwei geile Schlampen und zwei Sexarbeiterinnen in einem einmaligen Leseakt auf der Bühne der Buchhandlung ... präsentiert von Sehpferd?“ Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt. Natürlich müsste ein dieser Damen noch vorher ein Buch schreiben (oder auch alle zusammen), sonst gingen wir bei den Buchhändlern ja nicht als Autorinnen und Autoren durch. Also Verleger, ran an die unausgegrabenen Kartoffeln! Schmeißt sie in die Bratpfanne, so lange sie noch heiß, ist ...
Via Schockwellenreiter
Doch halt! Sollte ich nicht besser die Geschäftsidee aufgreifen und jetzt „Sehpferds fliegenden bloggigen Erotikzirkus“ gründen? Vielleicht mit dieser Ankündigung: „Eine Zicke, zwei geile Schlampen und zwei Sexarbeiterinnen in einem einmaligen Leseakt auf der Bühne der Buchhandlung ... präsentiert von Sehpferd?“ Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt. Natürlich müsste ein dieser Damen noch vorher ein Buch schreiben (oder auch alle zusammen), sonst gingen wir bei den Buchhändlern ja nicht als Autorinnen und Autoren durch. Also Verleger, ran an die unausgegrabenen Kartoffeln! Schmeißt sie in die Bratpfanne, so lange sie noch heiß, ist ...
Via Schockwellenreiter
sehpferd - am Dienstag, 7. März 2006, 19:52 - Rubrik: blog nachrichten
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Damit eines von vornherein klar ist: Ich schätze gute Ansätze von tüchtigen Frauen, die mit Chuzpe und Sachverstand etwas bewirken, was andere nicht können – und Männer vielleicht schon gar nicht. Freilich habe ich Bedenken, wenn man seinen Feminismus über „Attac“ verbreiten lässt, wie dies gerade die 1939 geborene Frau Dr. Erika Riemer-Noltenius getan hat. Im Grunde sollten sich alle Projekte, die den Bürger noch erreichen wollen, geeignetere Partner als Attac aussuchen – aber das nur nebenbei.
Die Frauenbewegung stand einst für den Fortschritt: Mutige Frauen standen auf, um den Spießbürgern Dampf zu machen, die sie nur als Menschen zweiter Klasse gelten lassen wollten. Das tun diese Frauen bis heute, und das ist auch gut so: Viele Männer wissen bis heute nicht, wo ihre Grenzen liegen, und viele Frauen nicht, wie sie diese überschreiten können. Frauen, das wissen wir heute, packen an, was andere nicht anpacken wollen und bewirken, was andere nicht bewirken können. Die einstigen Aversionen gegen Begriffe wie Macht, Technik und Führung sind längst gefallen – Frauen beweisen, dass sie den Fortschritt vorantreiben können.
Doch was nun? Der Rückwärtsgang wird eingelegt – und das allenthalben. Esoterik, Okkultismus und jetzt offenbar eine naive Naturromantik, das soll der modernde Feminismus sein? Gar noch ein Manifest? Frauen, ihr seid drauf und dran, euch der Lächerlichkeit preiszugeben, wenn ihr so etwas zustimmungsmurmelnd verbreitet.
Weiter recherchierend stößt man bei Frau Riemer-Noltenius unweigerlich auf ein Projekt, das mir zunächst gefällt: Eine Wohnbaugenossenschaft wird gegründet, und entsehen soll eine Wohn- und Wirkstätte von und für Frauen. Ob der Steinhaufen, „Beginenhof“ genannt, den die Architektin Alexandra Czerner da in die Bremer Neustadt hineingebaut hat, nun den Ansprüchen der naturnahen Dame Riemer-Noltenius entsprach, weiß ich nicht – ich war nie da. Aber alle Bilder, die gezeigt werden, zeigen einen Haufen toter Steine – ohne Natur.
So ein Projekt erforderte Sachverstand und einen scharfen Rechenstift, nicht feministische Ideologie und alternative Währungssysteme. Vermutlich scheiterte es, weil es viele zu großspurig geplant war – mit über 80 Wohneinheiten und 20 Gewerberäumen. Wer nach der Schuld sucht, muss bei den Bauherrinnen anfangen, doch die verweisen gerne auf etwas anderes: Schuld soll nun der Senat der Stadt sein, der beschuldigt, wird, 7,5 Millionen Euro zugesagt, aber nicht bezahlt zu haben. Was wirklich geschehen ist, ist undurchsichtig – dieser Artikel in „lespres“, der überraschend hellsichtig geschrieben wurde, mag es erklären.
Das Projekt – der Zufall will es, dass die „taz“ gestern darüber schrieb – ist den Bach herunter. Ernüchterung macht sich breit und die Erkenntnis, dass man die Wohnungen der ehemaligen Baugenossenschaft nun wohl als Eigentumswohnungen an reiche Bremerinnen verhökern muss - für satte 1.400 Euro pro Quadratmeter, und das ist für Bremen nicht wenig. Zudem – welche Frau will schon dort Geld anlegen, wo Ideologie über Wohnwert geht? Wer das will, der muss schon sehr reich sein – und noch eine Ersatzwohnung für alle Fälle haben.
Wie war das noch im Manifest? : „Ein Grundprinzip der Natur, ist das Prinzip des bedingungslosen Schenkens“. Das ist natürlich kein Grundprinzip der Natur, aber wen interessieren solche Kleinigkeiten schon – in der Fantasie fällt der Ackerboden dem Bauern in den Schoß, und bestellen tut ihn die Natur, während für den Rest von uns Manna vom Himmel fallen wird - das haben wir ja schon von anderen gehört.
Zum Schluss noch ein Auszug aus dem Manifest „(in meiner Utopie) werden Bedürfnisse am tatsächlichen Bedarf orientiert befriedigt. Was heute noch als Utopie erscheint, kann morgen schon Wirklichkeit werden, denn alle Veränderungen beginnen als Wunschträume im menschlichen Bewusstsein“.
Da darf man wohl fragen: Wo liegt denn nun das Scheitern begründet? Der Bedarf oder die Bedürfnisse? Und was sollen die Aussagen? Will sie für weitere Experimente nach der Art des Beginenhofs werben? Mit ähnlichen Ergebnissen?
Vielleicht sollte man Frau Riemer-Noltenius einmal dazu hören. Schließlich ist sie auch noch Politikerin („Die Frauen“), Politikwissenschaftlerin und angeblich Fachfrau für „alternative Währungssysteme“.
Die Frauenbewegung stand einst für den Fortschritt: Mutige Frauen standen auf, um den Spießbürgern Dampf zu machen, die sie nur als Menschen zweiter Klasse gelten lassen wollten. Das tun diese Frauen bis heute, und das ist auch gut so: Viele Männer wissen bis heute nicht, wo ihre Grenzen liegen, und viele Frauen nicht, wie sie diese überschreiten können. Frauen, das wissen wir heute, packen an, was andere nicht anpacken wollen und bewirken, was andere nicht bewirken können. Die einstigen Aversionen gegen Begriffe wie Macht, Technik und Führung sind längst gefallen – Frauen beweisen, dass sie den Fortschritt vorantreiben können.
Doch was nun? Der Rückwärtsgang wird eingelegt – und das allenthalben. Esoterik, Okkultismus und jetzt offenbar eine naive Naturromantik, das soll der modernde Feminismus sein? Gar noch ein Manifest? Frauen, ihr seid drauf und dran, euch der Lächerlichkeit preiszugeben, wenn ihr so etwas zustimmungsmurmelnd verbreitet.
Weiter recherchierend stößt man bei Frau Riemer-Noltenius unweigerlich auf ein Projekt, das mir zunächst gefällt: Eine Wohnbaugenossenschaft wird gegründet, und entsehen soll eine Wohn- und Wirkstätte von und für Frauen. Ob der Steinhaufen, „Beginenhof“ genannt, den die Architektin Alexandra Czerner da in die Bremer Neustadt hineingebaut hat, nun den Ansprüchen der naturnahen Dame Riemer-Noltenius entsprach, weiß ich nicht – ich war nie da. Aber alle Bilder, die gezeigt werden, zeigen einen Haufen toter Steine – ohne Natur.
So ein Projekt erforderte Sachverstand und einen scharfen Rechenstift, nicht feministische Ideologie und alternative Währungssysteme. Vermutlich scheiterte es, weil es viele zu großspurig geplant war – mit über 80 Wohneinheiten und 20 Gewerberäumen. Wer nach der Schuld sucht, muss bei den Bauherrinnen anfangen, doch die verweisen gerne auf etwas anderes: Schuld soll nun der Senat der Stadt sein, der beschuldigt, wird, 7,5 Millionen Euro zugesagt, aber nicht bezahlt zu haben. Was wirklich geschehen ist, ist undurchsichtig – dieser Artikel in „lespres“, der überraschend hellsichtig geschrieben wurde, mag es erklären.
Das Projekt – der Zufall will es, dass die „taz“ gestern darüber schrieb – ist den Bach herunter. Ernüchterung macht sich breit und die Erkenntnis, dass man die Wohnungen der ehemaligen Baugenossenschaft nun wohl als Eigentumswohnungen an reiche Bremerinnen verhökern muss - für satte 1.400 Euro pro Quadratmeter, und das ist für Bremen nicht wenig. Zudem – welche Frau will schon dort Geld anlegen, wo Ideologie über Wohnwert geht? Wer das will, der muss schon sehr reich sein – und noch eine Ersatzwohnung für alle Fälle haben.
Wie war das noch im Manifest? : „Ein Grundprinzip der Natur, ist das Prinzip des bedingungslosen Schenkens“. Das ist natürlich kein Grundprinzip der Natur, aber wen interessieren solche Kleinigkeiten schon – in der Fantasie fällt der Ackerboden dem Bauern in den Schoß, und bestellen tut ihn die Natur, während für den Rest von uns Manna vom Himmel fallen wird - das haben wir ja schon von anderen gehört.
Zum Schluss noch ein Auszug aus dem Manifest „(in meiner Utopie) werden Bedürfnisse am tatsächlichen Bedarf orientiert befriedigt. Was heute noch als Utopie erscheint, kann morgen schon Wirklichkeit werden, denn alle Veränderungen beginnen als Wunschträume im menschlichen Bewusstsein“.
Da darf man wohl fragen: Wo liegt denn nun das Scheitern begründet? Der Bedarf oder die Bedürfnisse? Und was sollen die Aussagen? Will sie für weitere Experimente nach der Art des Beginenhofs werben? Mit ähnlichen Ergebnissen?
Vielleicht sollte man Frau Riemer-Noltenius einmal dazu hören. Schließlich ist sie auch noch Politikerin („Die Frauen“), Politikwissenschaftlerin und angeblich Fachfrau für „alternative Währungssysteme“.
sehpferd - am Dienstag, 7. März 2006, 18:45 - Rubrik: zeit geschehen
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Heute zehn Minuten geflirtet – und Morgen früh voraussichtlich auch. Das Objekt der Begierde ist allerdings nur begrenzt kommunikativ und nicht besonders kuschelig.
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Runtimeerror lässt sich über menschliche Masken aus: Interessanter Beitrag. In Wien soll es ja sogar Kaffehauskellner geben, die glaubhaft die Maske Wiener Kaffeehauskellner tragen. Wobei dies sicher richtig ist: Menschliche Masken „fallen immer, es kommt nur drauf an, wie sie fallen“.
Wenn Sie mich fragen: Einem Priesterin steht am besten eine Priesterinnenmaske und eine Hure am besten eine Huremaske, und ich in froh, wenn beide nicht fallen – zumal, falls sich dahinter dann die jeweiles andere Identität verbergen sollte.
Wobei ich mír auch noch folgende Stelle eines Romans vorstellen könnte: "er zog ihre einer der künstlich und starr lächelnden Püppchenmasken nach der anderen herunter - doch so viel er sie auch demaskierte, darunter befanden sich nur neue Püppchenmasken, und jede schien noch künstlicher zu lächeln als die Maske zuvor".
Wenn Sie mich fragen: Einem Priesterin steht am besten eine Priesterinnenmaske und eine Hure am besten eine Huremaske, und ich in froh, wenn beide nicht fallen – zumal, falls sich dahinter dann die jeweiles andere Identität verbergen sollte.
Wobei ich mír auch noch folgende Stelle eines Romans vorstellen könnte: "er zog ihre einer der künstlich und starr lächelnden Püppchenmasken nach der anderen herunter - doch so viel er sie auch demaskierte, darunter befanden sich nur neue Püppchenmasken, und jede schien noch künstlicher zu lächeln als die Maske zuvor".
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Kein Kommentar zum Urteil gegen einen Messerstecher, der eine unschuldige junge Frau mit 83 Messerstichen strafen wollte – sonst müsste ich ausfällig werden gegenüber dem psychiatrischen Gutachter. Aber vielleicht überlegen Sie, meine Damen, in Zukunft einen Moment länger, bevor sie sich in Chats und ähnlichen Webeinrichtungen auf Verabredungen mit Unbekannten einlassen.
Ich bin überzeugt, dass die Dunkelziffer der Sexualdelikte an Frauen, die ursächlich auf das Web zurückgehen, enorm ist – von den anderen Geschichten, die einem nur die Übelkeit in die Kehle treiben, die aber eigentlich keine Delikte sind, einmal ganz abgesehen. Ich war versucht, diesen Artikel zynisch mit „soziale Software“ zu überschreiben, habe es dann aber doch nicht getan - aber dennoch - die angebliche "soziale" Komponente mancher Webeinrichtungen lockt eben auch Verbrecher an.
Ich bin überzeugt, dass die Dunkelziffer der Sexualdelikte an Frauen, die ursächlich auf das Web zurückgehen, enorm ist – von den anderen Geschichten, die einem nur die Übelkeit in die Kehle treiben, die aber eigentlich keine Delikte sind, einmal ganz abgesehen. Ich war versucht, diesen Artikel zynisch mit „soziale Software“ zu überschreiben, habe es dann aber doch nicht getan - aber dennoch - die angebliche "soziale" Komponente mancher Webeinrichtungen lockt eben auch Verbrecher an.
sehpferd - am Montag, 6. März 2006, 21:38 - Rubrik: zeit geschehen
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Wenn Sie mit Ihrem Leben unzufrieden sind, dann können Sie die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ändern, die Menschen ihrer unmittelbaren Umgebung ändern oder sich selber ändern. Die letzte Möglichkeit ist erstens effektiv, geht zweitens relativ schnell und ist drittens kontrollierbar.
Vielleicht hören Sie dies nicht gerne, aber: Je höher sie auf der politischen Ebene ansetzen (Globalisierung, Kapitalismus, Weltpolitik), umso unglaubwürdiger werden sie – und je unmittelbarer sie sich selber verändern, umso erfolgreicher und glücklicher werden Sie.
Also: Wenn Sie schon etwas verändern wollen, fangen Sie bei sich an. Und dann machen Sie noch ein bisschen Politik. Wenn Sie heute dreißig Jahre alt sind, werden Sie bemerken, dass ihre persönliche Veränderung Ihnen bereits nach einem Jahr Früchte gebracht hat – dann wären Sie einunddreißig Jahre. Ihre Worte, die sie an die Welt richten, werden vielleicht nach elf Jahren fruchten – wenn sie nicht inzwischen der Wind gefressen hat - und falls sie ihnen dann tatsächlich zu Gute kommen.
Wenn Sie mir nicht glauben: Sprechen sie einmal mit jemandem, der die 68er-Revolution noch mitgemacht hat (das war vor fast 40 Jahren). Fragen sie ihn bitte dann, ob die grundsätzlichen Fragen, die damals gestellt wurden, heute hinreichend beantwortet sind. Dann Fragen Sie ihn bitte nach seinen persönlichen Zielen, die er vor 40 Jahren hatte – und nun lassen Sie sich erzählen, ob diese hinreichend erfüllt wurden.
Vielleicht hören Sie dies nicht gerne, aber: Je höher sie auf der politischen Ebene ansetzen (Globalisierung, Kapitalismus, Weltpolitik), umso unglaubwürdiger werden sie – und je unmittelbarer sie sich selber verändern, umso erfolgreicher und glücklicher werden Sie.
Also: Wenn Sie schon etwas verändern wollen, fangen Sie bei sich an. Und dann machen Sie noch ein bisschen Politik. Wenn Sie heute dreißig Jahre alt sind, werden Sie bemerken, dass ihre persönliche Veränderung Ihnen bereits nach einem Jahr Früchte gebracht hat – dann wären Sie einunddreißig Jahre. Ihre Worte, die sie an die Welt richten, werden vielleicht nach elf Jahren fruchten – wenn sie nicht inzwischen der Wind gefressen hat - und falls sie ihnen dann tatsächlich zu Gute kommen.
Wenn Sie mir nicht glauben: Sprechen sie einmal mit jemandem, der die 68er-Revolution noch mitgemacht hat (das war vor fast 40 Jahren). Fragen sie ihn bitte dann, ob die grundsätzlichen Fragen, die damals gestellt wurden, heute hinreichend beantwortet sind. Dann Fragen Sie ihn bitte nach seinen persönlichen Zielen, die er vor 40 Jahren hatte – und nun lassen Sie sich erzählen, ob diese hinreichend erfüllt wurden.
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Man kann und man darf es tun – sich selbst verändern. Doch wir kommt es, dass die einst relativ populären Selbstveränderungsprogramme inzwischen so unpopulär sind? Vielleicht, weil uns Leute eingeflüstert haben, dass der einmal eingeschlagene Trampelpfad, so abwegig er auch sein mag, immer gut ist. Vielleicht, weil die Schokoladenpsychologie „ich bin O.K – du bist O.K“ die Leute eingelullt hat – wer „O.K.“ ist, der muss sich ja nicht mehr verändern.
Doch persönliche Veränderungen sind heute bei weitem nötiger als vor etwa 30 Jahren, als Selbstveränderungsprogramme Mode wurden. Der Unterschied: Damals nahm man solche Programme, um einen an sich richtigen Weg noch zu verbessern – und heute müssen ganze Gruppen aufbrechen, um den Holzweg zu verlassen und wieder auf feste Straßen zu kommen. Ob das alleine durch Selbstveränderungsprogramme gehen wird? Sicher nicht. Die Älteren werden den Jüngeren sagen müssen, dass die heutige Anspruchswelt vorübergehender Art ist – aber an dieser Stelle beginnt schon beinahe eine politische Diskussion. Doch muss sie geführt werden, denn nichts schockt Ideologen aller Couleur mehr, als wenn Menschen aufbrechen, sich selbst zu helfen – und, wie in diesem Fall, sich zu verändern.
Ich werde jedenfalls in Zukunft versuchen, etwas von dem alten Wissen der Selbstveränderung zu retten - zum Beispiel dies: Verhalten ist erlernt, und es kann neu erlernt werden. Zu simpel? Na, dann versuchen sie es mal.
Wenn Sie mögen, dann lesen Sie dazu, was ich in Wortwechsler geschrieben habe. Hier der Direktlink dazu.
Eine Anmerkung: Selbsveränderungsprogramme sind Programme zur Verhaltensänderung, also keine Selbsthilfe- oder Selbsterfahrungsgruppen.
Doch persönliche Veränderungen sind heute bei weitem nötiger als vor etwa 30 Jahren, als Selbstveränderungsprogramme Mode wurden. Der Unterschied: Damals nahm man solche Programme, um einen an sich richtigen Weg noch zu verbessern – und heute müssen ganze Gruppen aufbrechen, um den Holzweg zu verlassen und wieder auf feste Straßen zu kommen. Ob das alleine durch Selbstveränderungsprogramme gehen wird? Sicher nicht. Die Älteren werden den Jüngeren sagen müssen, dass die heutige Anspruchswelt vorübergehender Art ist – aber an dieser Stelle beginnt schon beinahe eine politische Diskussion. Doch muss sie geführt werden, denn nichts schockt Ideologen aller Couleur mehr, als wenn Menschen aufbrechen, sich selbst zu helfen – und, wie in diesem Fall, sich zu verändern.
Ich werde jedenfalls in Zukunft versuchen, etwas von dem alten Wissen der Selbstveränderung zu retten - zum Beispiel dies: Verhalten ist erlernt, und es kann neu erlernt werden. Zu simpel? Na, dann versuchen sie es mal.
Wenn Sie mögen, dann lesen Sie dazu, was ich in Wortwechsler geschrieben habe. Hier der Direktlink dazu.
Eine Anmerkung: Selbsveränderungsprogramme sind Programme zur Verhaltensänderung, also keine Selbsthilfe- oder Selbsterfahrungsgruppen.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
„Ich rufe an wegen der Wohnung“.
„Sehr nett von Ihnen, an welcher Wohnung sind sie interessiert?“
„Wieso an welcher?“
„Ich hatte zwei Wohnungen in der Zeitung, eine 1-Zimmer und eine 3-Zimmer.“
„Ich wollte eigentlich eine Zwei-Zimmer-Wohnung.“
„Von welcher hatten Sie denn gelesen?“
„Die für 62tausend“
„Das ist die 1-Zimmer-Wohnung.“
„Aha“
„Sie sagen, sie verkaufen wegen Auswanderung?“
„Ja, ich gehe nach Ungarn.“
„Nach Ungarn?“
„Ja, nach Ungarn“
„Ah, in die alte Heimat, vermutlich?“
„Nein, ins neue Europa“
„Sie sind aber mutig.“
„Dazu gehört nicht viel Mut – aber wollen sie noch etwas mehr über die Wohnung wissen?“
... und so weiter.
Anrufer Nummer 41 (ich hatte bereits einige Besichtigungen – darüber schreibe ich – aus den bekannten Gründen – aber nichts)“.
„Sehr nett von Ihnen, an welcher Wohnung sind sie interessiert?“
„Wieso an welcher?“
„Ich hatte zwei Wohnungen in der Zeitung, eine 1-Zimmer und eine 3-Zimmer.“
„Ich wollte eigentlich eine Zwei-Zimmer-Wohnung.“
„Von welcher hatten Sie denn gelesen?“
„Die für 62tausend“
„Das ist die 1-Zimmer-Wohnung.“
„Aha“
„Sie sagen, sie verkaufen wegen Auswanderung?“
„Ja, ich gehe nach Ungarn.“
„Nach Ungarn?“
„Ja, nach Ungarn“
„Ah, in die alte Heimat, vermutlich?“
„Nein, ins neue Europa“
„Sie sind aber mutig.“
„Dazu gehört nicht viel Mut – aber wollen sie noch etwas mehr über die Wohnung wissen?“
... und so weiter.
Anrufer Nummer 41 (ich hatte bereits einige Besichtigungen – darüber schreibe ich – aus den bekannten Gründen – aber nichts)“.
sehpferd - am Montag, 6. März 2006, 19:03 - Rubrik: flat for sale
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Vorausschicken möchte ich, dass ich zwei sehr detailliert beschriebene Wohnungen in der Zeitung hatte.
„Hat Ihre 1-Zimmer-Wohnung einen Balkon?“
„Nein, Sie hat keinen Balkon – es kostet zu viel Wohnfläche, in kleine Einzimmerwohnungen Balkons einzubauen, wissen Sie - aber Sie könnten die Wohnung natürlich umbauen.“
„Und sind die 45 qm die Nettowohnfläche?"
„Ja, die Nettowohnfläche, etwas unter 45 qm.“
„Und die Grundfläche?
„Die liegt bei 60 qm, wurde aber nicht vermessen“
„Dann hat sich die Sache schon erledigt.“
„Macht nichts, schönen Tag noch“.
(Einer von ca. 40 Anrufern)
„Hat Ihre 3-Zimmer-Wohnung-Wohnung einen Balkon?“
„Nein, eine Loggia - eine Art Wintergarten“
„Ach so, eine Loggia – dann hat sie also keinen Balkon?“
„Nein, aber bei einer Loggia haben Sie auch eine Art Balkon.“
„Ich denke, ihre Wohnung hat keinen Balkon?“
„Nein, sie hat eine Loggia – einen überdachten, verglasten Balkon“.
„Hat sie nun einen Balkon oder nicht?“
„Nein, sie hat keinen Balkon, sondern eine Loggia.“.
„Nein, dann habe ich kein Interesse“.
„Macht nichts, schönen Tag noch.“
(Ein anderer von ca. 40 Anrufern)
„Hat Ihre 1-Zimmer-Wohnung einen Balkon?“
„Nein, Sie hat keinen Balkon – es kostet zu viel Wohnfläche, in kleine Einzimmerwohnungen Balkons einzubauen, wissen Sie - aber Sie könnten die Wohnung natürlich umbauen.“
„Und sind die 45 qm die Nettowohnfläche?"
„Ja, die Nettowohnfläche, etwas unter 45 qm.“
„Und die Grundfläche?
„Die liegt bei 60 qm, wurde aber nicht vermessen“
„Dann hat sich die Sache schon erledigt.“
„Macht nichts, schönen Tag noch“.
(Einer von ca. 40 Anrufern)
„Hat Ihre 3-Zimmer-Wohnung-Wohnung einen Balkon?“
„Nein, eine Loggia - eine Art Wintergarten“
„Ach so, eine Loggia – dann hat sie also keinen Balkon?“
„Nein, aber bei einer Loggia haben Sie auch eine Art Balkon.“
„Ich denke, ihre Wohnung hat keinen Balkon?“
„Nein, sie hat eine Loggia – einen überdachten, verglasten Balkon“.
„Hat sie nun einen Balkon oder nicht?“
„Nein, sie hat keinen Balkon, sondern eine Loggia.“.
„Nein, dann habe ich kein Interesse“.
„Macht nichts, schönen Tag noch.“
(Ein anderer von ca. 40 Anrufern)
sehpferd - am Montag, 6. März 2006, 17:46 - Rubrik: flat for sale
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Politisch hat weder die PDS noch die WASG noch die Linkspartei wirkliche Aussagen – man muss sich nur die Plakate zur Landtagswahl ansehen. Doch wozu hat man eigentlich Oscar Lafontaine? Der sagte nach einem Pressebericht dies: „ (Zitat Lafontaine) die Bürger hätten zu Recht den Eindruck, dass "die ganze Bande im Bundestag, die da sitzt", (zitiert nach dem „SPIEGEL“) „alle in einen Sack gesteckt und geprügelt gehörten, weil der Richtige schon dabei sein werde“.
Da haben wir ihn wieder, den Populisten. Ob er nun tatsächlich in diesem Zusammenhang „Schweinebande“ gesagt hat oder nicht – Lafontaine bleibt Lafontaine – und er weiß natürlich genau, dass sich die Signale, die er aussendet, bei den politisch blindesten Bürgern gut ankommen – vor allem bei denen, die außerhalb der Demokratie rechts stehen. Der linke Daumen klingelt schon seit langer Zeit immer mal wieder rechts. Fragt sich nur, ob dies ausschließlich Taktik im Wahlkampf ist, oder ob sich Rechts und Links bereits soweit angenähert haben, dass keine Unterschiede mehr erkennbar sind.
Da haben wir ihn wieder, den Populisten. Ob er nun tatsächlich in diesem Zusammenhang „Schweinebande“ gesagt hat oder nicht – Lafontaine bleibt Lafontaine – und er weiß natürlich genau, dass sich die Signale, die er aussendet, bei den politisch blindesten Bürgern gut ankommen – vor allem bei denen, die außerhalb der Demokratie rechts stehen. Der linke Daumen klingelt schon seit langer Zeit immer mal wieder rechts. Fragt sich nur, ob dies ausschließlich Taktik im Wahlkampf ist, oder ob sich Rechts und Links bereits soweit angenähert haben, dass keine Unterschiede mehr erkennbar sind.
sehpferd - am Montag, 6. März 2006, 08:05 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Kein Durchgang - aha!


sehpferd - am Sonntag, 5. März 2006, 20:07 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wohin soll ich nun bitte gehen?


sehpferd - am Sonntag, 5. März 2006, 20:06 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Liebe Yester,
ich bin, wie immer beglückt aber auch verwundert, dann angesprochen zu werden, wenn ich gar nicht da bin. Nun, ich schreibe zwar selbst keine Manuskripte für Telefondamen, keine Kontaktanzeigentexte für gut getarnte Huren in Anzeigenforen, und nicht einmal glühende Liebesbriefe an Damen, die sonst niemals solche Briefe bekommen würden. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich, würde ich dies tun, ein Echtheitszertifikat online bereitstellen könnte. "Gefühle sind immer echt" würde dann kreisförmig um ein Emblem aus fünf verschlungenen Händen stehen, die fünf Sinne repräsentierend. (Ich muss daran denken, schon morgen den Gebrauchsmusterschutz anzumelden).
Die eigenen Emotionen sind immer echt, sagen sie. Dem stimme ich zu, soweit es Rosen betrifft, die lange duften oder Dornen, die sich fühlbar in die Haut bohren – und alles, was Sie jetzt mit Duft, Haut, Lust und Schmerz assoziieren könnten. Von Liebe will ich lieber nicht reden - das ist mir zu privat. Der verbleibende Rest löst schnell einen Anflug von Gefühlen aus, so, als ob einem eben die Straßenbahn davongefahren wäre – aber sonst? Man kann man mich schnell reizen, weil ich schnell eine Erwiderung schreiben kann. Könnte ich es nicht, würde ich also Stunden oder Tage über eine Replik nachdenken, so würde ich es bleiben lassen – und mir denken, was ich hier nicht schreiben sollte: „Das Pack kann mir doch gestohlen bleiben“.
Beim Zweifel muss ich entgegen, dass ich einige Jahre lang Berufszweifler war. Ich musste die Werke anderer so lange traktieren, bis sicher war, dass wenigstens die schlimmsten Wanzen in ihnen den sicheren Tod erlitten – sie können also sicher sein, dass bei mir Zweifel zum Alltag gehört – nicht umsonst recherchiere ich auch hier manches nach – und bei meinen eigenen Artikeln betriebe ich in der Regel eine so gründliche Recherche, dass schon mancher Redakteur blass wurde. Ich muss dennoch hier loswerden, dass ich im realen Leben einen recht netten Überblick habe und nicht sehr zweifele, sondern vertraue – das spart einem manchmal viel Arbeit und bringt allerlei Gewinn gratis ins Haus.
Sie werden verstehen, Frau Yester, dass ich das Thema der Orgasmen, wenngleich es ein sehr Begeisterndes ist, nicht noch breiter trete, als dies ohnehin schon der Fall ist. Die Profis unter den Telefondamen, die nicht billigen Manuskripten für die große Lutsch- oder Dominanummer folgen, haben ja alle ihren eigenen Stil – ich habe die Möglichkeit, dies gelegentlich als Beobachter anzusehen – und sie verstehen es, dabei die richtigen Auslöser zu treffen. Wie verbreitet privater Telefonsex ist, vermag ich nicht zu sagen – immerhin bekam ich aber vor einigen Jahren einen Anruf dieser Art, in dem eine mir zwar bekannte, aber nicht sehr geläufige Dame verkündete, sie habe gerade ihre Hand „da, wo du dir denken kannst“ und um erlösende Worte bat. Ich gestehe, sie nicht gefunden zu haben.
Zum Schluss will ich Ihnen noch sagen, dass ich nicht genau weiß, wie ich zu der Ehre kam, so viele Zeilen in ihrem Magazin zu füllen, vermute aber, dass es nicht dieser kleine Wortsalat allein war, der Sie veranlasste.
In diesem Sinne wünscht Ihnen einen lustvollen Tag
Ihr Sehpferd
ich bin, wie immer beglückt aber auch verwundert, dann angesprochen zu werden, wenn ich gar nicht da bin. Nun, ich schreibe zwar selbst keine Manuskripte für Telefondamen, keine Kontaktanzeigentexte für gut getarnte Huren in Anzeigenforen, und nicht einmal glühende Liebesbriefe an Damen, die sonst niemals solche Briefe bekommen würden. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich, würde ich dies tun, ein Echtheitszertifikat online bereitstellen könnte. "Gefühle sind immer echt" würde dann kreisförmig um ein Emblem aus fünf verschlungenen Händen stehen, die fünf Sinne repräsentierend. (Ich muss daran denken, schon morgen den Gebrauchsmusterschutz anzumelden).
Die eigenen Emotionen sind immer echt, sagen sie. Dem stimme ich zu, soweit es Rosen betrifft, die lange duften oder Dornen, die sich fühlbar in die Haut bohren – und alles, was Sie jetzt mit Duft, Haut, Lust und Schmerz assoziieren könnten. Von Liebe will ich lieber nicht reden - das ist mir zu privat. Der verbleibende Rest löst schnell einen Anflug von Gefühlen aus, so, als ob einem eben die Straßenbahn davongefahren wäre – aber sonst? Man kann man mich schnell reizen, weil ich schnell eine Erwiderung schreiben kann. Könnte ich es nicht, würde ich also Stunden oder Tage über eine Replik nachdenken, so würde ich es bleiben lassen – und mir denken, was ich hier nicht schreiben sollte: „Das Pack kann mir doch gestohlen bleiben“.
Beim Zweifel muss ich entgegen, dass ich einige Jahre lang Berufszweifler war. Ich musste die Werke anderer so lange traktieren, bis sicher war, dass wenigstens die schlimmsten Wanzen in ihnen den sicheren Tod erlitten – sie können also sicher sein, dass bei mir Zweifel zum Alltag gehört – nicht umsonst recherchiere ich auch hier manches nach – und bei meinen eigenen Artikeln betriebe ich in der Regel eine so gründliche Recherche, dass schon mancher Redakteur blass wurde. Ich muss dennoch hier loswerden, dass ich im realen Leben einen recht netten Überblick habe und nicht sehr zweifele, sondern vertraue – das spart einem manchmal viel Arbeit und bringt allerlei Gewinn gratis ins Haus.
Sie werden verstehen, Frau Yester, dass ich das Thema der Orgasmen, wenngleich es ein sehr Begeisterndes ist, nicht noch breiter trete, als dies ohnehin schon der Fall ist. Die Profis unter den Telefondamen, die nicht billigen Manuskripten für die große Lutsch- oder Dominanummer folgen, haben ja alle ihren eigenen Stil – ich habe die Möglichkeit, dies gelegentlich als Beobachter anzusehen – und sie verstehen es, dabei die richtigen Auslöser zu treffen. Wie verbreitet privater Telefonsex ist, vermag ich nicht zu sagen – immerhin bekam ich aber vor einigen Jahren einen Anruf dieser Art, in dem eine mir zwar bekannte, aber nicht sehr geläufige Dame verkündete, sie habe gerade ihre Hand „da, wo du dir denken kannst“ und um erlösende Worte bat. Ich gestehe, sie nicht gefunden zu haben.
Zum Schluss will ich Ihnen noch sagen, dass ich nicht genau weiß, wie ich zu der Ehre kam, so viele Zeilen in ihrem Magazin zu füllen, vermute aber, dass es nicht dieser kleine Wortsalat allein war, der Sie veranlasste.
In diesem Sinne wünscht Ihnen einen lustvollen Tag
Ihr Sehpferd
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – meist sonntags
Heute Morgen gingen die Menschen auf der Fahrbahn der Hauptstraße, um ihre Brötchen zu kaufen – die Gehwege waren wegen der Schneemassen unpassierbar. Als unerwünschter Nebeneffekt zeigte sich, dass gestern einige Wohnungsinteressenten absagten – eingeschneit. Allerdings hatte ich auch einige sehr interessante Verkaufsgespräche, und dieses Mal bin ich zuversichtlich, meine Wohnungen auch wirklich zu verkaufen – „verkauft“ waren sie ja schon zwei Mal im Sinne von „fest zugesagt“ – nur: Diese Leute hatten ihre Rechnung nicht mit der Bank gemacht. Schade. Es war ein junges Paar darunter, denen ich das Juwel, meine 3-Zimmer-Wohnung, sehr gerne verkauft hätte.
Inzwischen scheint die Sonne, die Temperaturen steigen auf über acht Grad, und nachdem zwei Drittel meiner Fernsehschüssel aufgetaut war, konnte ich auch wieder Astra-Programme empfangen, und nun auch wieder Hotbird, währen mein Auto immer noch ein Schneemonument bildet – gemeinsam mit dem dahinter befindlichen Strauch, eine Einheit, sozusagen. Aber ich kann ein paar Tage ohne Auto leben – dann fahre ich eben mit Bus und Bahn.
In den letzten Tagen habe ich über ganz andere Dinge nachgedacht: Gestern war es die sogenannte „soziale Kälte“. Ein Schlagwort. Man würde ja so gerne den Staat dafür verantwortlich machen - und die Linkspartei kocht darauf ja auch ihr rotes Süppchen. Aber in Wahrheit sind wir es, die soziale Kälte verbreiten, nicht der Staat.
Ähnlich verhält es sich mit der 12-jährigen Mutter. Niemand hat hingeschaut. Alle haben vorbeigeschaut – und wo sind denn nun die Gutmenschen, die jetzt ihre Hilfe anbieten? Vielleicht sehen wir sie ja wieder – bei einer neuen Initiative gegen Abtreibungen? Ach, wie billig sind Worte doch für diese so genannten „Gutmenschen“ – sie kosten nicht einmal Centbeträge.
Ich höre das Sozialgelaber im Netz sehr wohl. Die Menschen, die solche Worte in den Mund nehmen, verdrängen erfolgreich, dass „soziales Handeln“ auch „soziale Verantwortung“ einschließt – und so sind die Soziallaberer im Netz in nichts besser als die Abtreibungsgegner – sie spielen mit billigen Worthülsen herum und ignorieren den Menschen. Dass andere dies auch tun, ist keine Entschuldigung.
In meiner Gegend ist nach dem Schnee noch allerlei gefällig – zum Beispiel, dass hier immer noch Fastnacht ist – heute in Weil am Rhein und ab der Nacht zum Montag dann in der Stadt Basel. Heute Nachmittag werde ich mal durch den Schnee stapfen und sehen, was die feuchten Schneemassen hier alles angerichtet haben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag.

Heute Morgen gingen die Menschen auf der Fahrbahn der Hauptstraße, um ihre Brötchen zu kaufen – die Gehwege waren wegen der Schneemassen unpassierbar. Als unerwünschter Nebeneffekt zeigte sich, dass gestern einige Wohnungsinteressenten absagten – eingeschneit. Allerdings hatte ich auch einige sehr interessante Verkaufsgespräche, und dieses Mal bin ich zuversichtlich, meine Wohnungen auch wirklich zu verkaufen – „verkauft“ waren sie ja schon zwei Mal im Sinne von „fest zugesagt“ – nur: Diese Leute hatten ihre Rechnung nicht mit der Bank gemacht. Schade. Es war ein junges Paar darunter, denen ich das Juwel, meine 3-Zimmer-Wohnung, sehr gerne verkauft hätte.
Inzwischen scheint die Sonne, die Temperaturen steigen auf über acht Grad, und nachdem zwei Drittel meiner Fernsehschüssel aufgetaut war, konnte ich auch wieder Astra-Programme empfangen, und nun auch wieder Hotbird, währen mein Auto immer noch ein Schneemonument bildet – gemeinsam mit dem dahinter befindlichen Strauch, eine Einheit, sozusagen. Aber ich kann ein paar Tage ohne Auto leben – dann fahre ich eben mit Bus und Bahn.
In den letzten Tagen habe ich über ganz andere Dinge nachgedacht: Gestern war es die sogenannte „soziale Kälte“. Ein Schlagwort. Man würde ja so gerne den Staat dafür verantwortlich machen - und die Linkspartei kocht darauf ja auch ihr rotes Süppchen. Aber in Wahrheit sind wir es, die soziale Kälte verbreiten, nicht der Staat.
Ähnlich verhält es sich mit der 12-jährigen Mutter. Niemand hat hingeschaut. Alle haben vorbeigeschaut – und wo sind denn nun die Gutmenschen, die jetzt ihre Hilfe anbieten? Vielleicht sehen wir sie ja wieder – bei einer neuen Initiative gegen Abtreibungen? Ach, wie billig sind Worte doch für diese so genannten „Gutmenschen“ – sie kosten nicht einmal Centbeträge.
Ich höre das Sozialgelaber im Netz sehr wohl. Die Menschen, die solche Worte in den Mund nehmen, verdrängen erfolgreich, dass „soziales Handeln“ auch „soziale Verantwortung“ einschließt – und so sind die Soziallaberer im Netz in nichts besser als die Abtreibungsgegner – sie spielen mit billigen Worthülsen herum und ignorieren den Menschen. Dass andere dies auch tun, ist keine Entschuldigung.
In meiner Gegend ist nach dem Schnee noch allerlei gefällig – zum Beispiel, dass hier immer noch Fastnacht ist – heute in Weil am Rhein und ab der Nacht zum Montag dann in der Stadt Basel. Heute Nachmittag werde ich mal durch den Schnee stapfen und sehen, was die feuchten Schneemassen hier alles angerichtet haben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag.

sehpferd - am Sonntag, 5. März 2006, 14:25 - Rubrik: wochenschau
Merkwürdig – kaum eine Frau glaubt, dass Telefonsex befriedigender Sex ist. Aber dass Webgefühle ehrliche Gefühle sind – das glauben viele.
sehpferd - am Sonntag, 5. März 2006, 11:51 - Rubrik: wundersames
Was mich an meinen Landsleuten stört, sin die vorschnellen Urteile. Besonders die Web-Generation scheint sich da ganz festgelegt zu haben. Erst urteilen – dann informieren – dann eingestehen, dass man gar nichts weiß – wenn es dann noch geht. Wer, wie ich, häufig kommentiert, weiß, dass man selber nicht davon frei ist.
Im Internet kommt Schein und sein sehr schnell zusammen. Gestern war es ein Lamento um ein gebrochenes Herz. Abgesehen davon, dass mir allein der Begriff nicht gefällt (ich bin Herzpatient, was manches erklären mag), ist es natürlich nur eine dichterische Metapher – und hat mit Gefühlen eigentlich gar nichts zu tun. Was man wirklich fühlt, wenn man mit dem vorgeblich gebrochenem Herzen daniederliegt, mag der beschreiben, der es gerade empfindet – und wenn er ehrlich ist, wird keinen solchen Schachsinn sagen wie „er hat mir das Herz gebrochen" – es sei denn, man wolle bei ein paar Pseudofreundinnen Tränen loswerden. Wer wirklich leidet, wird, sagen, was er fühlt, wie er es fühlt und welchen Schmerz es ihm bereitet.
Der Dame, die das vom Herzen so dahersagte, hatte ernstliche Schwierigkeiten – da war in Wahrheit eine Trennung zu bearbeiten – und da war eine Blockade, sich wirklich an sich selbst heranzutrauen. Sie bewegte sich offensichtlich in dem Status, der ein Entrinnen fast unmöglich macht: „Meine Trauer und meinen Schmerz kenne ich, und das alles drückt mir auf die Seele, aber all dies ist wenigstens bekannt – was sagt ihr? Ich soll es ändern? Dann müsste ich doch etwas Unbekanntes tun – könnt ihr mir wirklich garantieren, dass es dann besser wird?“
Ich hatte einen längeren Dialog mit der Dame, soweit man Interndialoge als solche bezeichnen kann, und fand wenigsten einige Grundzüge des Problems hinaus – und siehe da, die Dame suchte tatsächlich, wenn auch erst in Ansätzen, nach Lösungen. Vorläufig war die Devise allerdings noch: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Es wurde auch Zeit, dass sie ihre Probleme anging. Trennungsschmerzen solch heftiger Art sind nach 18 Monaten der Trennung eher ungewöhnlich. Ich denke, ich konnte ihr wenig helfen. Wer wirklich helfen kann, ist ein selbstloser Zuhörer vor Ort – es muss kein Psychotherapeut sein. Bei dieser Gelegenheit mag ich sagen, dass ich – trotz einiger Vorbehalte – immer noch besser finde, man geht zu einer Gruppe von Emotions Anonymous als gar nichts zu tun.
Um auf die Vorurteile zurückzukommen: Die Gemeinschaft (es war kein Psychotreffen) wollte nur Gefühle zulassen – keine Lösungen. Sehen Sie, und das hat mich zu dem gebracht, worüber ich heute schreibe: „Gefühle“ gibt es im Web im Dutzend billiger.Man kann über sie schwadronieren, bis die Augenlieder herunterfallen, notfalls per cut-and-paste. Man muss sich ja niemals, wirklich niemals verantwortlich zeigen. Mal auf der Durchreise ein paar Gefühlsbrocken hinterlassen. Morgen geht man in den nächsten Chat, das nächste Forum, das nächste Blog, Damen trösten. Kostet nichts. Ist, wie ins Kino gehen. Und notfalls eben: Cut-and-paste.
Im Internet kommt Schein und sein sehr schnell zusammen. Gestern war es ein Lamento um ein gebrochenes Herz. Abgesehen davon, dass mir allein der Begriff nicht gefällt (ich bin Herzpatient, was manches erklären mag), ist es natürlich nur eine dichterische Metapher – und hat mit Gefühlen eigentlich gar nichts zu tun. Was man wirklich fühlt, wenn man mit dem vorgeblich gebrochenem Herzen daniederliegt, mag der beschreiben, der es gerade empfindet – und wenn er ehrlich ist, wird keinen solchen Schachsinn sagen wie „er hat mir das Herz gebrochen" – es sei denn, man wolle bei ein paar Pseudofreundinnen Tränen loswerden. Wer wirklich leidet, wird, sagen, was er fühlt, wie er es fühlt und welchen Schmerz es ihm bereitet.
Der Dame, die das vom Herzen so dahersagte, hatte ernstliche Schwierigkeiten – da war in Wahrheit eine Trennung zu bearbeiten – und da war eine Blockade, sich wirklich an sich selbst heranzutrauen. Sie bewegte sich offensichtlich in dem Status, der ein Entrinnen fast unmöglich macht: „Meine Trauer und meinen Schmerz kenne ich, und das alles drückt mir auf die Seele, aber all dies ist wenigstens bekannt – was sagt ihr? Ich soll es ändern? Dann müsste ich doch etwas Unbekanntes tun – könnt ihr mir wirklich garantieren, dass es dann besser wird?“
Ich hatte einen längeren Dialog mit der Dame, soweit man Interndialoge als solche bezeichnen kann, und fand wenigsten einige Grundzüge des Problems hinaus – und siehe da, die Dame suchte tatsächlich, wenn auch erst in Ansätzen, nach Lösungen. Vorläufig war die Devise allerdings noch: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Es wurde auch Zeit, dass sie ihre Probleme anging. Trennungsschmerzen solch heftiger Art sind nach 18 Monaten der Trennung eher ungewöhnlich. Ich denke, ich konnte ihr wenig helfen. Wer wirklich helfen kann, ist ein selbstloser Zuhörer vor Ort – es muss kein Psychotherapeut sein. Bei dieser Gelegenheit mag ich sagen, dass ich – trotz einiger Vorbehalte – immer noch besser finde, man geht zu einer Gruppe von Emotions Anonymous als gar nichts zu tun.
Um auf die Vorurteile zurückzukommen: Die Gemeinschaft (es war kein Psychotreffen) wollte nur Gefühle zulassen – keine Lösungen. Sehen Sie, und das hat mich zu dem gebracht, worüber ich heute schreibe: „Gefühle“ gibt es im Web im Dutzend billiger.Man kann über sie schwadronieren, bis die Augenlieder herunterfallen, notfalls per cut-and-paste. Man muss sich ja niemals, wirklich niemals verantwortlich zeigen. Mal auf der Durchreise ein paar Gefühlsbrocken hinterlassen. Morgen geht man in den nächsten Chat, das nächste Forum, das nächste Blog, Damen trösten. Kostet nichts. Ist, wie ins Kino gehen. Und notfalls eben: Cut-and-paste.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Eine Nachtdiskussion im Web geführt – im Sinne der angeblich sozialen Software – und abermals erkannt, wie erbärmlich doch dieses Web ist – nur, wer einem anderen in die Augen schauen kann, wird jemals die Probleme der Person erkennen – und nicht spruchtriefend über sie hinweggehen.
Ob mein Beitrag schließlich half? Ich glaube, nicht sehr. Aber er war immer noch effektiver als diese hilflose Gefühlsduselei, die man den Strauchelnden entgegenzubringen gewohnt ist.
Ob mein Beitrag schließlich half? Ich glaube, nicht sehr. Aber er war immer noch effektiver als diese hilflose Gefühlsduselei, die man den Strauchelnden entgegenzubringen gewohnt ist.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
In der Stadt, in der ich (noch) wohne, kommen viele Innovationen von Menschen, die als „Ausländer“ bezeichnet werden – und das ist schon seit langer Zeit so. Menschen aus Italien, Spanien, Kroatien und der Türkei werden Unternehmerinnen und Unternehmer, und wenn sie nicht wären, dann hätten wir das miese Eis deutscher Konditoren, die pappige Pizza deutscher Pizzabäcker und keinen Schneider mehr, der uns Änderungen durchführt.
Ich freue mich, dass dies so ist, und ich sage den neuen Dienstleistern aus dem Osten mein herzliches „Willkommen“ – denn was ich in Deutschland an Dienstleistungen von Deutschen bekommen kann, ist – bei allem Respekt – nicht erträglich
Ich freue mich, dass dies so ist, und ich sage den neuen Dienstleistern aus dem Osten mein herzliches „Willkommen“ – denn was ich in Deutschland an Dienstleistungen von Deutschen bekommen kann, ist – bei allem Respekt – nicht erträglich
sehpferd - am Samstag, 4. März 2006, 22:27 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
„Wissen Sie, es herrscht eine soziale Kälte in Deutschland“, sagte mir soeben ein junger Mann. Ja, selbstverständlich: „Es“ herrscht überall – und wir, wir sind natürlich nicht verantwortlich dafür.
Vielleicht hören wir einmal damit auf, „es“ verantwortlich zu machen? Sehen Sie in den Spiegel – da steht der Verantwortliche. So, und nun bitte: Sagen sie doch den Satz noch einmal, junger Mann: "Ich bin verantwortlich für die soziale Kälte in Deutschland". Und wenn sie nicht verantwortlich sein sollten, dann hören Sie bitte schön auf, „es“ zu verunglimpfen. Das arme „es“ hat Ihnen nichts getan.
Vielleicht hören wir einmal damit auf, „es“ verantwortlich zu machen? Sehen Sie in den Spiegel – da steht der Verantwortliche. So, und nun bitte: Sagen sie doch den Satz noch einmal, junger Mann: "Ich bin verantwortlich für die soziale Kälte in Deutschland". Und wenn sie nicht verantwortlich sein sollten, dann hören Sie bitte schön auf, „es“ zu verunglimpfen. Das arme „es“ hat Ihnen nichts getan.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nachdem der Einstieg in die Kommunikation mit vielen Beispielen bereits im „Wortwechsler“ und im Blog „Changes“ erfolgreich dokumentiert wurde, habe ich nun eine Einführung in die Thematik der Probleme hinzugefügt – vorerst sind es nur vier Seiten, und es ist wirklich nur ein Einstieg. Dennoch mag es Sie interessieren, wenn Sie sich im Alltag mit Problemen und Lösungen beschäftigen.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
No, this is not an advertisement for sexual services nor is it a link to a website offering penis enlargement. It is an advertising campaign against forced prostitution. Get more Information from the English website of ban-ying. I just hope you do not look like those Gentlemen afterwards – they do not seem to be to happy to support the campaign.
sehpferd - am Samstag, 4. März 2006, 10:35 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nein, das ist keine Anzeige einer einschlägigen Dame, sondern ein Appell an Freier, genau hinzugucken, welche Dame sie erwählen. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von ban ying, einer Organisation, die gegen Zwangsprostitution kämpft. Die Herren hier sahen allerdings bei der Präsentation reichlich bedrabbelt (*) aus.
* Bedrabbelt – Bremisch für „beklommen“
* Bedrabbelt – Bremisch für „beklommen“
sehpferd - am Samstag, 4. März 2006, 10:26 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen

