anstoss

  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
Bevor ich vergesse, Ihnen dies zu erzählen: Sie können ihm an die Nüsse gehen oder ihr an die Pussy – es führt doch immer zu derselben Sache – Werbung. Was dachten Sie?

Sie ahnen es schon: Ich habe für dieses kleine Magazin, dass ich bei Twoday hosten lasse, noch einmal für drei weitere Monate bezahlt, und das bedeutet auch, dass ich mit mir übereingekommen bin, hier nochmals für drei Monate zu schreiben. Motivierend wirkte dabei der Kontakt mit einzelnen Bloggern, die trotz ähnlicher Probleme, wie ich sie habe, dennoch vorläufig weitermachen.

Allerdings muss innerhalb dieser drei Monate viel passieren, damit ich noch weiter verlängere, denn im Grunde zerbröselt das, was ich schreibe, nach wie vor im Universum des Internets.

Die Hamburger Morgenpost will es wissen, und zwar vom Bundeskriminalamt: Dort schätzt man nach dieser Quelle angeblich, dass 40.000 Huren zur Fußball-WM nach Deutschland einreisen würden. Was am Artikel der MOPO verwundert: Hamburger Huren seien bereits heute zu 80 Prozent ausgelastet.

Oh, ich hörte doch vor ganz kurzer Zeit noch, dem Gewerbe ginge es so schlecht? Und dass die Damen Sonderangebote machen müssten, um überhaupt durchzukommen? Offenbar haben die Jungs doch noch genug Geld – wenigstens dafür.

Sollte das etwa der Grund sein, warum die Hausfrau im Supermarkt nicht mehr so viel Geld lässt? Vielleicht wäre das ja eine Idee für die nächste Schlagzeile: „Einzelhändler: Die Nutten rauben uns das Geld“. Na bitte – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Was würden Sie von einer Frau halten, die im Alter von über 80 Jahren behauptet, ihre Mutter (!) habe Sex gehasst? Wahrscheinlich würden Sie solche Aussagen mit einem Lächeln abtun. Es sei denn, sie hießen Maria Sieber („Maria Riva“), seien eine weitgehend erfolglose Schauspielerin und wollten ihren Namen noch einmal in der Presse lesen. Auch das würde Ihnen kaum gelingen – wenn, ja wenn ihre Mutter nicht Marlene Dietrich heißen würde.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags

Unser Denken, meine lieben Leserinnen und Leser, ist bisweilen zu einseitig. Ob wir wollten oder nicht, wir sind in der Tradition eines oft verdeckten, aber immer präsenten Kirchenchristentums groß geworden, das kaum jemand von uns verleugnen kann. Nun, sagen Sie selbst – haben sie jemals gelernt, Bibelstellen zu hinterfragen? Vermutlich nein. Sie mussten sie hinnehmen, wie sie sind. Sie mussten es einfach glauben.

Mir wäre diese Denkweise wirklich gleichgültig, wenn sie nur Einfluss auf den inneren Kern der Kirche hätte. Aber Beispiele aus der vergangenen Adenauer-Ära wie auch noch von heute (ich erinnere an die Diskussionen in den USA) beweisen, wie tief fragwürdige Vorstellungen der Christenreligion in weite Bereiche des Lebens aller Menschen dringen können.

Dies alles sage ich Ihnen nicht, um sie von ihrem Glauben abzubringen – ich sage es Ihnen, damit sie argumentieren können, dass die Dinge von vielen Seiten gesehen werden können.Dinge sind nicht einfach – sie erscheinen stets in einem gewissen Licht, das der Autor auf sie fallen lässt. Andere können auf die gleichen Dinge ein völlig anderes Licht werfen – und sie werden dann in unserem Bewusstsein zu etwas völlig Neuem.

Im Christentum war dies beispielsweise bei der Rolle der Frau der Fall. Es ist ein Unterschied, ob ich Frauen sage, dass sie als Gottes Ebenbild gleichberechtigt sind oder ob ich ihnen sage, dass Eva als Sünderin die Ursache der Erbsünde war, die nur durch Maria (die Mutter des Jesus) wieder aufgehoben werden konnte.

Der Unterschied geht durch viele Wissenschaften und alltägliche Betrachtungsweisen. Die Psychotherapie kommt zu einer völlig anderen Denkweise über sexuelle Abweichungen als die Lehren zuvor, und sie kann dennoch als eine bloße Sichtweise entlarvt werden – durch andere Psychotherapeuten, aber auch durch völlig andere Wissenschaften. Gegenwärtig erleben wir, dass es völlig neue Betrachtungen über die menschliche Sexualität gibt, die sich eher an den Naturwissenschaften orientieren. Auch durch sie fällt nicht das letzte Licht auf unser Verhalten, denn wir müssen es immer noch denken, lenken und abwägen.

Mehr als in anderen Zeiten ist derzeit Quer- und Diagonaldenken gefragt, und zwar auf allen Gebieten. Doch dazu ist es nötig, das Erlernte jeden Tag in Frage zu stellen und nur das beizubehalten, was sich beim Anlegen kritischer Maßstäben wirklich bewährt.

Wem das alles nicht gefällt: Es ist sehr, sehr bequem, sich auf Religionen, Ideologien und überkommenen Vorstellungen ein schönes Ruhekissen zu machen – es ist weitaus unbequemer, sich den eigenen Weg durch die Dornenstrecken des Lebens zu bahnen – aber so ähnlich hat es ja der Religionsstifter des Christentums auch gesagt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag - und falls sie heute einen Pfarrer treffen - fragen sie ihn ruhig danach.

Eigentlich wollte ich heute Morgen ein wenig mit Ihnen über den Wert der Bibel diskutieren – aber warum tue ich das überhaupt? Ich habe im Februar dieses Jahres bereits geschrieben, worauf man achten muss. Damals schrieb ich:

Ich habe erst sehr, sehr viel später gelernt, die Bibel richtig zu lesen: Wer sagte was wo und wann zu welchem Anlass und an wen waren die Worte gerichtet?

Das ist, in der Tat, entscheidend, wenn man ernsthaft über die Bibel diskutieren will. Ansonsten müssten wir und wirklich noch darüber unterhalten, welche Art von Heuschrecken man essen darf und welche nicht.

Da Sie (und ich) oftmals so ernst über Religion diskutieren – hier haben sie ein wenig Material, es mit einem Lächeln anzugehen.

Die Schönheit der Skulptur des afrikanischen Künstlers kam in meinem Beitrag nicht voll zur Geltung – er ließ sich auch während meines Aufenthaltes bei Neill van Kraayenburg in Northriding (ZA) nicht ganz erfassen. Ich hatte nicht im Traum damit gerechnet, dass er so viele Original-Kunstwerke zum Verkauf anbieten würde, und meine damalige Kamera versagte bei den hohen Temperaturen immer wieder.

Dennoch – ich versuche hier, Ihnen wenigstes einen kleinen Teil des Gesamtkunstwerks zu zeigen.

Adam:

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Der Teufel, die Schlange

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Eva

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Alle Bider (strikt) © 2005 by sehpferd

Das World Wide Web wird von einer Generation gestaltet, die sich überwiegend in Begriffen bewegt, die entweder aus Technik und Wissenschaft stammen oder aus dem Erfahrungsbereich von Bürgersöhnen- und Töchtern, die etwa ab Mitte der 60er Jahre geboren wurden.

Wer nach den Begriffen „Animierdamen“ oder „Tischdamen“ sucht, wird entweder nicht fündig oder aber fehlgeleitet. Ein Gesellschaftsjournalist weiß natürlich noch, dass in der „guten“ Gesellschaft die „Tischdame“ die Dame rechts neben ihm ist, die er zuerst zum Tanz auffordern muss – aber das war es dann auch.

Nun, den Begriff „Tischdame“ finden wir heute überwiegend im Rotlichtmilieu. Er wird in Anzeigen verwendet, mit denen diese Damen rekrutiert werden sollen, denn eigentlich handelt es sich um Animierdamen, also Frauen, die den Gast dazu verleiten sollen, möglichst viel eines möglichst teuren Getränks zu bestellen: wenn es denn möglich ist, vor allem Champagner. Die Damen erhalten vom Umsatz, der am Tisch erzielt wird, dann einen recht erheblichen Anteil, im Schnitt etwa 30 Prozent.

Die Damen erlauben dem Herrn dabei nach und nach einige Einblicke und lassen sich auch berühren, wobei sie den Eindruck zu erwecken versuchen, dass sie später auch zu intimeren Aktivitäten zur Verfügung stehen. Die „klassische“ Animierfrau allerdings denkt gar nicht daran, so etwas zu tun, sondern verschwindet durch den Hintereingang, während dem Galan nur noch die Bezahlung der Rechnung bleibt – nicht selten in der Gegend von 1000 Euro.

Die Bars der damaligen Zeit, typische „Neppbars“, die auf Provinzler warteten, gibt es heute zwar auch noch, doch verschwinden die Rollenverteilungen mehr und mehr. In vielen Bars animieren die Tänzerinnen, wenn sie nicht gerade auf der Bühne stehen und ebenso ist der Wechsel zwischen dem reinen Animieren und der Prostitution oftmals durchaus gegeben.

Die gesundheitlichen Risiken einer Animierfrau sind hoch: Obwohl sie stets versucht, weniger zu trinken als der Gast und sich meist als sehr trickreich erweist, wenn es um das Verschütten oder Vergießen von Champagner erweist, muss sie in einer Nacht doch bei weitem mehr Alkohol trinken, als ihre gut tut. Nimmt man einmal an, dass sie erst bei sechs Flaschen Champagner ein gutes Einkommen hat, so muss sie davon immerhin mindestens zwei Flaschen selber trinken. Früher, als man in solchen Bars noch überweigend „scharfe Getränke“ wie etwa Cognac ausschenkte, hatten die Wirte noch Flaschen, in die Zwischenwände eingebaut waren: Für den Gast wurde tatsächlich ein billiger Cognac (nicht der, der auf der Flasche stand) kredenzt – und für die Dame wurde dann ein farbgleiches Getränk aus der anderen Seite ausgeschenkt.

Da fragte ich mich zunächst doch tatsächlich, ob nun auch noch meine Tageszeitung bei Blogs stibitzen geht, um Nachrichten zu generieren, denn der Artikel über verkaufte Mädchenspucke in Japan sah mir dann doch sehr nach dem Umweg Mainichi – Ananova - Blogs – Tageszeitungen aus.

Indessen – diese Medien berichteten nichts. Als Quelle dieser unendlich wichtigen Nachricht, die in früheren Zeiten nur durch Webseiten wie „World Sex News“ verbreitet wurden, kam diesmal DER SPIEGEL in Betracht, wobei meine Zeitung allerdings die Deutsche Presse-Agentur als Quelle nannte.

Oh, im Übrigen, Kolleginnen und Kollegen vom Spiegel (oder eben von der dpa) : Diese Damen verkaufen auch Nasenpopel. Ich meine, nur für den Fall, dass sie wieder mal was zum Schreiben brauchen.

Ich konnte mich dunkel erinnern, Anno 2003 einmal darüber geschrieben zu haben: Gebrauchte Zahnbürsten gab es da auch noch – Aber der entsprechende Mainichi-WaiWai-Artikel, auf den ich mich bezog, ist längst gelöscht.

Falls sie ein Fräulein* sind und dies noch nicht ahnten, so sage ich es Ihnen jetzt: Sie sind im Krieg. Oder waren es jedenfalls.

Zum Beispiel:

Bereiten Sie ihre Tochter für den Kampf jeder Frau vor
Bewahren Sie Körper, Geist und Seele in einer sexdurchtränkten Welt


Damit auch dies noch klar ist, Fräuleins*: Der Schaden beginnt nicht mit der ersten Berührung, sondern bereits mit dem ersten unreinen Gedanken. Na also. Fall Sie das Ganze für Traktätchen halten, haben Sie sicher nicht ganz Unrecht, aber es sind teure Traktätchen: Kosten immerhin 14 US-Dollar – heute, Anno 2005, in den USA.

* Nur für den Fall, dass Sie sich am Fräulein stoßen – zu der Zeit, zu der dieser Schund bei uns in Deutschland in Massen gedruckt wurde („Sex oder Liebe“, „Was jedes Mädchen wissen muss“), hießen unverheiratete Frauen noch „Fräulein“.

Via (ich fasse s nicht) World Sex News

Keine der biblischen Verführerinnen wird so stark überschätzt wie Eva Ausgerechnet sie, die Frau, die nicht einmal die originale Schöpfung Gottes darstellt: Sie soll eine große Verführerin gewesen sein? Hat man je etwas von ihrer Schönheit, ihren erotischen Qualitäten oder sonst irgendetwas Positives über ihre Persönlichkeit gehört?

Nein, haben wir nicht. Aber verführt haben soll sie den Adam, und zwar so, dass es angeblich zu einer Katastrophe für die Menschheit wurde, nicht wahr?

Versuchen wir einmal, systematisch vorzugehen.

Eva hatte nie die Qualitäten der Verführerinnen. Sie war ja nur zweite Wahl: Die in Genesis 1,27 erwähnte Frau, die zu Gottes Ebenbild geschaffen wurde, verschwindet in Kapitel 2 in der christlichen Bibel plötzlich und mit ihr die erotische Verführerin, die es ja wohl gegeben haben musste, wie wir der Genesis 1,28 unschwer entnehmen können.

Wenn man die Gefährtin Adams, die Menschin, überhaupt als etwas bezeichnen könnte, so als einfältig: Sie trifft auf die Schlange, die angeblich listig war (was sehr merkwürdig ist, weil sie keine Vorteile von ihrer List hatte) und nun wird die Frucht vom Baum der Erkenntnis gepflückt und gegessen. Merkwürdigerweise erkennen Adam und die Frau nun, dass beide nackt sind. Dabei konnte dies nicht die größte Erkenntnis sein, denn Gott nimmt Adam zur Seite (die Frau spielt plötzlich keine Rolle mehr) und sagt ihm: „Sieh mal, Adam, du bist nun wie ich geworden, der den Unterschied zwischen Gut und Böse kennt“.

Das soll eine Verführung gewesen sein? Ach ja. Hatte man etwa erwartet, dass all die Kinder und Kindeskinder, die Gott forderte, im Garten Eden leben sollten? Es war keine Verführung, ja, es war nicht einmal Wirkliche eine Sünde – da kann die Kirche behaupten, was sie will. Und eine Erbsünde war es schon gar nicht – Sünden werden nicht vererbt. Die Frau an Adams Seite hat eine neue Epoche eingeleitet – denn Weg des Menschen als selbstständig handelndes Geschöpf, das wissen kann, was Gut und Böse ist. Das ist alles. Und am Ende war sie dann eben Eva, die Mutter der Menschheit.

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Bild (c) 2004 by sehpferd

Der afrikanische Künstler sieht Eva richtig: Die naive Frau, die sich in einer Welt aus Schlangen und Baumwurzeln verstrickt.

Blogger, dies wird aus so gut wie allen Beobachtungen deutlich, haben so gut wie keine ständigen Leser, sondern Besucher einerseits und kumpelhafte bis überkritische Kommentatoren andererseits. Die Besucher stoßen zufällig auf das Blog und nicht, weil sie sich grundsätzlich für Blogs begeistern. Die meisten von ihnen suchen nach durchaus sinnvollen Begriffen, die in Blogs aber sehr schnell ins Leere führen, weil dort ja mehrere Artikel auf einer Seite abgebildet werden und die Suchmaschine so Kombinationen findet, die im Kontext gar nicht existieren.

Der am Zeitgeschehen interessierte Bürger hat weitaus bessere Quellen: Zeitungen, bei Google News immer frisch aufbereitet, selektierbar und stets aktuell. Wer an Kunst, Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft oder Wissenschaft interessiert sind, findet seine aktuellen Informationsdienste, die ihn schnell und sicher über das Gebiet informieren, das er bevorzugt – RSS macht es möglich.. Wer hingegen das allgemeine Wissen sucht, ist bei Wikipedia meist bestens bedient, Übersetzungen bietet Leo, und gelegentlich ist sogar der ansonsten sehr einseitige und schlecht gepflegte Leipziger Wortschatz hilfreich. Gerade sind zusätzliche Lexika und Wörterbücher ins Netz gestellt worden, die dem Suchenden auch bei ungewöhnlichen Begriffen Hilfestellung geben.

Ansonsten aber gilt: Blogger lesen Blogger. Mädchen glucken zusammen und Jungs schimpfen zusammen – das schweißt sie in ihre Folien ein – doch der wichtige Rest, den wir eigentlich als Leser brauchen, wird von den Suchmaschinen an unsere Strände gespült. Der große Teil meiner Leser ist, das kann ich anhand der Wortwahl sehen, vor allem neugierig auf kuriose Meldungen, die nicht in der Tagespresse standen: Ich selbst hole sie aus den englischsprachigen Papierkörben des Internets und bin deswegen wenigstes noch ein bisschen originell und bisweilen sogar aktuell.

Blogrolls und Links spielen – im Gegensatz zu weit verbreiteten Meinungen – nicht die große Rolle bei der Leserschaft. Die Erwähnung in deutschen Blogs bringt meist gerade mal ein paar Dutzend Leser, während Links von großen amerikanischen Blogs schon einige hundert Leser bringen können. Dahingegen kann eine kurze Pressenotiz in Deutschland leicht mehr als 500 Zugriffe auslösen kann. – Und ich meine hier nicht Erwähnungen im „SPIEGEL“, die mehrere tausend Zugriffe bringen. Wie deutsche Blogs angeblich dennoch auf 5000 und mehr Zugriffe pro Tag kommen wollen? Das wissen sie wahrscheinlich nur selber. Vielleicht sollte man sie einmal fragen?

Dies sollte ich Ihnen noch erzählen – mein Erotik-Lexikon (werbefrei bis auf Amazon-Anzeigen) ist wieder Online. Gegenwärtig enthält es 1166 Begriffe, aber nur wenige Einzelseiten über besonders interessante Themen.

Also: Frauen und Männer, ihr könnt auf drei Arten mitarbeiten:

- Ihr sendet mir Begriffe, die ihr kennt, aber ich nicht
- Ihr sendet mir einen Link zu eurem eignen erotischen Lexikon
- (Für Österreicher) Ihr wisst sicher ein paar Begriffe, die Deutsche nicht kennen
- Ihr sendet mir Wissenschaftsseiten, zu denen ich verlinken kann
- Besonders interessiert bin ich an Wörtern aus dem 19. Jahrhundert und früher

Ich hoffe darauf, dass ihr alle ja vielleicht noch etwas anderes seid als Blogger – Wissenschaftler oder so etwas, zum Beispiel.

Kontake bitte NUR über sehpferd at sehpferd.de - Stichwort: Lexikon.

Für einen Schweden und erst recht für eine Schwedin ist die Sache klar: Prostitution ist ganz, ganz schlecht, so schlecht, dass es schwedische Frauen sowieso nicht machen – und außerdem ist es doch verboten, nicht wahr?

Ja ist es, nur bestrafen die Schweden nicht die Huren, sondern die Freier. Und weil das so ist, verschwinden die Huren nun von der Straße und suchen sich andere Möglichkeiten, an ihre Schwedenkronen zu kommen.

So weit verstanden? Dann verstehen Sie auch dies: Was man nicht sieht, gibt es nämlich nicht. Und weil man keine Huren mehr auf der Straße sieht, existiert in Schweden keine Prostitution. Nicht verstanden? Dann sind sei mit Sicherheit kein Schwede.

Zwei Studenten aus Malmö, die sich mal sozialforscherisch in der Szene umsehen wollten, stellten nun das Gleiche fest: Wo keine Huren zu sehen sind, gibt es auch keine – nicht mal in Bars, es sei denn, sie gäbe es doch, wie die Barkeeper behaupten.

Die Sache ist indessen ganz einfach: Es ist verboten, dass ein Freier eine Hure anspricht. Es ist aber nicht verboten, sich im Internet in einer Bar zu verabreden. Sie ahnen etwas? Nun, was sie da ahnen, entzog sich aber der sozialforscherischen Aktivität: Was man nicht sehen kann, gibt es auch nicht.

Nachdem ich nun schon über dieses oder jenes Blog hergefallen bin, hier noch ein Unentdecktes von dem Fräulein Lea. Das kennt sich offenbar gut aus in der erotischen Literatur und räumt auch mit einigen Vorurteilen auf.

Alsdann: Lesen Sie mal, wenn sie sich trauen.

Special thanks to Bettgeflüster.

Sie müssen unbedingt ein Mädchen sein, um dies Blog zu begründen: das GEZ-Blog, oder Ge-Eh-Zett Blog. Dazu sollten Sie nicht jünger als 18 und nicht viel älter als 58 sein. Was das Wort heißt? Nun, geheimnisvoll, erotisch und zickig – ein prima Erfolgsrezept für Blogs.

So, und nun passen Sie auf: Sie müssen auf das ganze „GEZ-Konzept“ als Blogidee sofort einen Gebrauchsmusterschutz anmelden – oder das jedenfalls behaupten.

Nun ist ja die Bloggretchenfrage: „Wie hältst du es mit den Inhalten?“ und das ist doch die Antwort: „Hauptsache es steht etwas drin, was nichts aussagt und trotzdem viel gelesen wird“. Sehen Sie - und nun kommt die Geschäftsidee: Sie versprechen irgendeinem computerversessenen Knaben ein paar Flaschen Rum, ersatzweise eine Liebesnacht, damit er ihnen aus dem Internet irgendwelche Sätze heraussaugt, die in einer Stichwortliste zum Thema „geheimnisvoll, erotisch und zickig“ vorkommen. Die stellen sie dann jeden Tag in ihr Blog. Vergessen sie nicht, einen ebenfalls generierten Satz voranstellen zu lassen, der sich auf Sie persönlich bezieht, damit das Ganze auch als Ihre Aussage verstanden wird. Nehmen sie das Produkt erst ab, wenn alles automatisch in Ihr Blog wandert.

Lassen sie die ersten 90 Blogeinträge zurückdatieren. Nun erst beginnt Ihre Arbeit: Kommentieren sie jeden Tag in einem der 5000 ähnlichen geheimnisvollen, erotischen und zickigen Mädchenblogs, etwa wie folgt: „Du hast hier ja ein ganz nettes Blog, aber ich finde ziemlich blöde von dir, dass du mein Blogkonzept kopierst. – Ich habe es nämlich extra für mich entwickeln lassen. Also bitte – ändere deine Inhalte oder kaufe das Konzept von mir – mit 10 Euro pro Monat bist du dabei.“

Vergessen sie nicht, auf ihr Blog zu verlinken. Besser noch, sie schreiben einen Artikel (notfalls schreiben lassen): „Hört mal, ihr Tussen: Macht mich nicht nach“. Glauben Sie nicht, dass Ihnen jemand die 10 Euro bezahlt – aber sie werden dadurch über Nacht zu einer viel gehassten Zicke von großer Popularität – und das wird Ihnen den Erfolg bringen.

Im Übrigen: Es gibt noch viel mehr Konzepte. Vielleicht verkaufen sie dem Blog-Hoster Ihrer Wahl einige? Dann braucht man sich nämlich nicht nur eins-zwei-drei anzumelden, sonder hätte auch vier-fünf-sechs gleich automatische Inhalte. Sie glauben, jemand würde bemerken, dass ein Automat ihre Artikel schreibt? Ja, verflixt, lesen Sie eigentlich keine Blogs?

Interessant, wie geistvoll Akademiker sein können:

Angela Merkel hat Physik studiert und darin auch promoviert. Weshalb wird bei ihr der Jobwechsel nicht hinterfragt, aber bei jedem anderen Arbeitnehmer, der sich neu orientiert, wird vermutet, dass er ein inkonsequenter Jobhopper ist?

Fragt sich, woher Herr Dr. Joblos solche Informationen bezieht: Ich bin mindestens in meinem vierten Beruf, und ein fünfter lauert schon vor der Tür, und ich kenne wahrhaftig eine Menge Leute, die ebenfalls schon mehrere Berufe hatten – und nun kommt der Clou: Nicht ein Einziger von ihnen wurde jemals gefragt, warum er ein inkonsequenter Jobhopper ist.

So, mein Lieber, und nun dürfen Sie sich mal so manches Fragen, denk ich.

Eins ist sicher: Ein neues Blog nach dem Motto: Sei geheimnisvoll, tu so, als ob du tief schürfst, sei aber seicht und belanglos. Hauptsache, du bist Frau.

Ach Welt, wie bist du so geheimnsivoll!

Manchmal schießt mir die Frage durch den Kopf, ob man Leben wohl lernen kann“. Hätten Sie damit nicht besser schon als Säugling anfangen sollen, Frau Schöngeist?

Es gibt Leute, die haben einfach eine schlechte Kinderstube. Leider gibt es aber auch Leute, die erstens eine schlechte Kinderstube haben und dies auch noch jedem Zeigen müssen: Dass sie zur Gruppe der Blogger gehören, brauche ich Ihnen wohl nicht erst zu sagen.

In einem Artikel über Angela Merkel als Kanzlerin sagte ein hier ansässiger Blogger zum Beispiel dies. Zitat: „Du bist nicht nur scheiße hässlich (und das könnte ich übersehen), nein du bist auch noch scheiße blöd und verarschst die Leute!“ Dieser Satz kam noch mit folgenden netten anderen Begriffen in einem Absatz zusammen:

Saublöd
Friss Scheiße
Hirndefizäre Umweltverschmutzung
Scheißeteuer
Scheißehässlich
Scheißeblöd

Was ich dazu zu sagen habe? Hervorragendes Renommee für such selbst, beste Empfehlung für die Blogger und schließlich (nun, wird hier jemand stutzig) natürlich auch eine „prima Werbung“ für Twoday.

Oder ist jemand anderer Meinung?

Hauptsache, man hat ein Thema: Die Richtlinienkompetenz der neuen potenziellen Kanzlerin. Der Focus dichtete gar schon: „Kanzlerin im Korsett“ – aber wissen Sie – ich kann mir Frau Merkel im Korsett einfach nicht vorstellen – vielleicht gelingt es anderen.

Wie ich gerade zu meinem Erstaunen lese, ist Inzwischen dem Focus das Korsett abhanden gekommen - dafür hat es der Stern noch.

merkel

 

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